Welche Schmerzsalbe hilft bei Arthrose? Wirksamkeit, Risiken und sinnvolle Alternativen in Deutschland

Viele Menschen mit Arthrose suchen nach wirksamen Möglichkeiten, ihre Gelenkschmerzen zu lindern. Lokal angewendete Salben wie Diclofenac-Gele, Hanf- oder CBD-haltige Topika sowie Beinwellextrakt gehören zu den gängigsten Optionen. Sie können Schmerzen und Entzündungen direkt an der betroffenen Stelle verringern, heilen jedoch die Arthrose selbst nicht. Wichtig ist, vor der Anwendung auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen zu achten und im Zweifel ärztlichen Rat einzuholen. Pflanzliche Alternativen können für einige Betroffene ebenfalls eine Option darstellen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie verschiedene Salben wirken, worauf bei der Anwendung geachtet werden sollte und welche Alternativen es gibt.

Welche Schmerzsalbe hilft bei Arthrose? Wirksamkeit, Risiken und sinnvolle Alternativen in Deutschland

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der der Knorpel zwischen den Knochen allmählich abgebaut wird. Dies führt zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit. Besonders betroffen sind häufig Knie, Hüfte, Hände und Wirbelsäule. Da die Erkrankung nicht heilbar ist, konzentriert sich die Behandlung darauf, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Neben Physiotherapie, Bewegung und systemischen Medikamenten spielen topische Schmerzmittel eine wichtige Rolle in der Therapie.

Dieser Artikel ist ausschließlich zu Informationszwecken gedacht und ersetzt keine medizinische Beratung. Bitte konsultieren Sie einen qualifizierten Arzt oder Facharzt für eine individuelle Diagnose und Behandlung.

Wirkprinzipien: wie Salben bei Arthrose vor Ort helfen

Schmerzsalben wirken lokal, das heißt direkt an der Stelle, an der sie aufgetragen werden. Sie enthalten Wirkstoffe, die durch die Haut in das darunter liegende Gewebe eindringen und dort ihre Wirkung entfalten. Die meisten Präparate gehören zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Andere Salben enthalten pflanzliche Extrakte, ätherische Öle oder Cannabinoide, die auf unterschiedliche Weise Schmerzen reduzieren können.

Der Vorteil topischer Anwendungen liegt darin, dass die Wirkstoffe gezielt am Ort des Geschehens wirken und der gesamte Organismus weniger belastet wird als bei oralen Medikamenten. Dadurch sinkt das Risiko systemischer Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Herz-Kreislauf-Problemen. Allerdings ist die Wirkstoffkonzentration im Gewebe niedriger als bei Tabletten, weshalb die Wirkung meist milder ausfällt.

Bei Arthrose können Salben vor allem bei leichten bis mittelschweren Schmerzen hilfreich sein. Sie eignen sich besonders für oberflächlich gelegene Gelenke wie Knie oder Finger. Bei tiefer liegenden Gelenken wie der Hüfte ist die Wirksamkeit eingeschränkt, da die Wirkstoffe nicht ausreichend tief eindringen können.

Diclofenac-Gele: wirksam, aber mit Vorsicht nutzen

Diclofenac ist einer der am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe in Schmerzsalben gegen Arthrose. Es gehört zur Gruppe der NSAR und hemmt die Bildung von Prostaglandinen, die für Entzündungen und Schmerzen verantwortlich sind. Diclofenac-Gele sind in verschiedenen Konzentrationen rezeptfrei oder rezeptpflichtig in Apotheken erhältlich.

Studien belegen, dass Diclofenac-Gele bei Arthrose des Knies eine signifikante Schmerzlinderung bewirken können. Die Wirkung tritt meist innerhalb weniger Tage ein und hält bei regelmäßiger Anwendung an. Wichtig ist jedoch, dass das Gel mehrmals täglich dünn aufgetragen und sanft einmassiert wird.

Trotz der Wirksamkeit sollte Diclofenac nicht unbedacht angewendet werden. Auch bei topischer Anwendung kann der Wirkstoff in den Blutkreislauf gelangen und systemische Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören Magen-Darm-Beschwerden, erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Nierenschäden bei Langzeitanwendung. Personen mit Vorerkrankungen sollten vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

Zudem können lokale Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder Ausschläge auftreten. Bei offenen Wunden oder geschädigter Haut darf Diclofenac-Gel nicht angewendet werden. Die Behandlungsdauer sollte auf das notwendige Minimum beschränkt werden.

Hanfsalben und CBD-Topika: vielversprechend

In den letzten Jahren haben Hanfsalben und CBD-haltige Topika zunehmend Aufmerksamkeit als alternative Behandlungsoption bei Gelenkschmerzen erhalten. Cannabidiol (CBD) ist ein nicht-psychoaktiver Bestandteil der Hanfpflanze, dem entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften zugeschrieben werden.

CBD wirkt über das Endocannabinoid-System des Körpers, das an der Regulierung von Schmerz, Entzündung und Immunantwort beteiligt ist. Topisch angewendet soll CBD lokal Entzündungen hemmen und Schmerzen reduzieren, ohne psychoaktive Effekte zu verursachen. Viele Anwender berichten von positiven Erfahrungen, insbesondere bei chronischen Gelenkschmerzen.

Allerdings ist die wissenschaftliche Datenlage zu CBD-Topika bei Arthrose noch begrenzt. Die meisten Studien wurden an Tieren durchgeführt oder beziehen sich auf andere Schmerzarten. Größere klinische Studien am Menschen fehlen bislang. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass CBD gut verträglich ist und nur selten Nebenwirkungen verursacht.

Beim Kauf von CBD-Salben ist Vorsicht geboten, da der Markt unreguliert ist und die Qualität der Produkte stark variieren kann. Achten Sie auf Produkte mit nachweisbarem CBD-Gehalt, die frei von Schadstoffen sind und von seriösen Herstellern stammen. In Deutschland und Österreich sind CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,2 Prozent legal erhältlich.

Bewertungslage: was aktuelle Erfahrungen und Studien zeigen

Die wissenschaftliche Bewertung von Schmerzsalben bei Arthrose fällt gemischt aus. Während einige Präparate wie Diclofenac-Gele durch klinische Studien gut belegt sind, fehlt es bei anderen Produkten an aussagekräftigen Daten. Generell zeigen Übersichtsarbeiten, dass topische NSAR bei Kniearthrose wirksam sind und eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zu oralen Schmerzmitteln darstellen können.

Patientenerfahrungen sind ebenfalls wichtig, um die Alltagstauglichkeit von Salben zu beurteilen. Viele Betroffene schätzen die einfache Anwendung und die geringeren Nebenwirkungen im Vergleich zu Tabletten. Allerdings variiert die Wirksamkeit individuell stark. Was bei einem Patienten gut funktioniert, kann bei einem anderen wenig Effekt zeigen.

Neben Diclofenac gibt es weitere topische NSAR wie Ibuprofen oder Ketoprofen, die ebenfalls bei Arthrose eingesetzt werden. Pflanzliche Präparate mit Arnika, Beinwell oder Teufelskralle werden traditionell genutzt, ihre Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich weniger gut belegt. Capsaicin-haltige Salben können bei regelmäßiger Anwendung ebenfalls Schmerzen lindern, verursachen jedoch häufig ein brennendes Gefühl auf der Haut.

Wichtig ist, dass Schmerzsalben nur ein Baustein in der Behandlung von Arthrose sind. Sie sollten mit anderen Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, gelenkschonender Bewegung, Physiotherapie und gegebenenfalls systemischen Medikamenten kombiniert werden. Eine ärztliche Begleitung ist besonders bei fortgeschrittener Arthrose unerlässlich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schmerzsalben bei Arthrose eine sinnvolle Option sein können, insbesondere bei leichten bis mittelschweren Beschwerden und oberflächlich gelegenen Gelenken. Diclofenac-Gele sind gut untersucht und wirksam, sollten aber mit Vorsicht angewendet werden. CBD-Topika sind vielversprechend, benötigen jedoch weitere Forschung. Die individuelle Verträglichkeit und Wirksamkeit sollte immer ärztlich begleitet werden.